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Vehalten vor Gericht
In meiner bisherigen Praxis ist mir immer wieder aufgefallen, dass viele Menschen unsicher sind, wie sie sich vor Gericht am besten verhalten sollten. Deshalb habe ich im Folgenden einige Tipps und Hinweise für Sie zusammengefasst, die Sie sich vor einer anstehenden Gerichtsverhandlung mal ansehen sollten. 1. Ordentliche Kleidung Kleider machen Leute. Dieser Satz ist jedem bekannt, doch nicht alle nutzen ihn für sich. Es ist allgemeiner Konsens, dass man bei einer Beerdigung als Ausdruck der Trauer (jedenfalls in westlichen Kulturkreisen) schwarze/dunkle Kleidung tragen sollte. Ebenso ist es empfehlenswert, vor Gericht als Ausdruck des Respekts angemessene Kleidung zu tragen. Ich empfehle hier Businesskleidung. Natürlich müssen Sie keinen 3-Teiler-Anzug tragen, wenn Sie sich damit unwohl und verkleidet fühlen. Aber Sie sollten mindestens z.B. ein gebügeltes Hemd, eine schöne Bluse oder ein neutrales Kleid tragen. Außerdem sind saubere Schuhe wichtig. Stellen Sie sich vor, Sie würden zu
19. Oktober 2025
Strafbefehl erhalten – was ist zu tun?
Sie haben einen Strafbefehl erhalten? Was ist das genau und wie geht man dagegen vor? Dies klären wir im Folgenden. Was ist ein Strafbefehl? Ein Strafbefehl ist eine strafrechtliche Verurteilung ohne Hauptverhandlung. Das geschieht in der Regel bei einfachen Fällen mit klarer Beweislage. Als Betroffener bekommt man den Strafbefehl in einen gelben Umschlag (Postzustellungsurkunde) zugestellt. Dieser Umschlag sollte unbedingt aufgehoben werden, da das darauf vermerkte Datum für die Einspruchsfrist entscheidend ist. Was sind die Folgen? Mögliche Folgen eines Strafbefehls sind Geldstrafen, Fahrverbote, die Entziehung der Fahrerlaubnis und bei verteidigten Beschuldigten auch eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung. Was kann ich dagegen tun? Wenn man nicht innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegt, wird der Strafbefehl rechtskräftig. Die darin festgelegte Strafe kann dann vollstreckt werden. Wenn man nicht mit den Strafbefehl einverstanden ist, entw
7. September 2025
Anzeige bekommen - was passiert jetzt?
„Ich zeig´ dich an!“ Vielleicht hat Ihnen jemand mal damit gedroht – selbst wenn Sie sich vielleicht überhaupt kein strafbares Verhalten zu Schulden kommen ließen. Oder Sie haben durch die Polizei erfahren, dass jemand Sie angezeigt hat. Das ist aber erst einmal kein Grund zur Panik. Hier erfahren Sie, was eine Anzeige ist und wie Sie sich am besten verhalten sollten. Was ist eine Strafanzeige? Eine Strafanzeige gegen Sie liegt vor, wenn jemand der Polizei oder Staatsanwaltschaft gegenüber äußert, dass Sie eine Straftat begangen hätten. Das ist sogar anonym möglich. Nach einer Anzeige nimmt die Polizei Ermittlungen auf, um zu prüfen, ob auch tatsächlich eine Straftat begangen wurde. Das heißt, sie befragt Zeugen, sichert Beweise und schreibt Sie als Beschuldigten an mittels einer Vorladung. Das heißt aber nicht, dass es in jedem Fall zu einer Anklage und einem Gerichtsverfahren kommt. Die Staatsanwaltschaft entscheidet später, ob Anklage erhoben wird oder das Verfahren (mangels Beweis
25. Juni 2025
Vorladung bekommen - was nun zu tun ist
Sie haben eine Vorladung in Ihrem Briefkasten gefunden? Sie fragen Sich, ob Sie dort tatsächlich hingehen müssen? Was bedeutet eine Vorladung für Sie? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet: Was ist eine Vorladung? Eine Vorladung ist zunächst einmal eine offizielle Einladung der Polizei oder Staatsanwaltschaft zum Verhör oder zu einer Aussage. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln, da sie Anhaltspunkte dafür haben, dass eine Straftat begangen wurde. Dieser Verfahrensabschnitt nennt sich Ermittlungsverfahren. Muss ich zum Termin erscheinen? Grundsätzlich muss einer polizeilichen Ladung nicht Folge geleistet werden - unabhängig davon, ob man als Beschuldigter oder als Zeuge geladen wird. Aber es gibt eine Ausnahme: gemäß § 163 III StPO muss man als Zeuge bei der Polizei erscheinen, wenn der Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt. Wenn dies der Fall ist, befindet sich normalerweise ein entsprechender Hinweis darauf in dem Vorladungsschreiben. Ob ein Auft
25. Mai 2025
Pflichtverteidigung - was bedeutet das?
Die Pflichtverteidigung - auch notwendige Verteidigung genannt - dient nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts der Durchführung eines fairen, rechtsstaatlichen Strafverfahrens, zu dem eine effektive, sachgerechte Verteidigung gehört. Das heißt, in bestimmten schweren oder komplizierten Sachen muss jeder Beschuldigte durch einen Rechtsanwalt vertreten werden, der vom Gericht beigeordnet wird, wenn er noch nicht selbst einen Verteidiger beauftragt hat (Wahlverteidiger). Wer bekommt einen Pflichtverteidiger? Die notwendige Verteidigung ist in § 140 StPO geregelt. Demnach wird unter anderem in folgenden Fällen ein Pflichtverteidiger beigeordnet: Das Verfahren findet in erster Instanz vor dem Landgericht oder Oberlandesgericht statt; Dem Beschuldigten wird ein Verbrechen zur Last gelegt (Taten, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind, § 12 I StGB); Das Verfahren kann zu einem Berufsverbot führen (§§ 70 ff. StGB); Untersuchungshaft oder eine Unterbringung (i
10. März 2025
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