
Strafbefehl erhalten – was ist zu tun?
Sie haben einen Strafbefehl erhalten? Was ist das genau und wie geht man dagegen vor? Dies klären wir im Folgenden. Was ist ein Strafbefehl? Ein Strafbefehl ist eine strafrechtliche Verurteilung ohne Hauptverhandlung. Das geschieht in der Regel bei einfachen Fällen mit klarer Beweislage. Als Betroffener bekommt man den Strafbefehl in einen gelben Umschlag (Postzustellungsurkunde) zugestellt. Dieser Umschlag sollte unbedingt aufgehoben werden, da das darauf vermerkte Datum für die Einspruchsfrist entscheidend ist. Was sind die Folgen? Mögliche Folgen eines Strafbefehls sind Geldstrafen, Fahrverbote, die Entziehung der Fahrerlaubnis und bei verteidigten Beschuldigten auch eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung. Was kann ich dagegen tun? Wenn man nicht innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegt, wird der Strafbefehl rechtskräftig. Die darin festgelegte Strafe kann dann vollstreckt werden. Wenn man nicht mit den Strafbefehl einverstanden ist, entw
7. September 2025

Anzeige bekommen - was passiert jetzt?
„Ich zeig´ dich an!“ Vielleicht hat Ihnen jemand mal damit gedroht – selbst wenn Sie sich vielleicht überhaupt kein strafbares Verhalten zu Schulden kommen ließen. Oder Sie haben durch die Polizei erfahren, dass jemand Sie angezeigt hat. Das ist aber erst einmal kein Grund zur Panik. Hier erfahren Sie, was eine Anzeige ist und wie Sie sich am besten verhalten sollten. Was ist eine Strafanzeige? Eine Strafanzeige gegen Sie liegt vor, wenn jemand der Polizei oder Staatsanwaltschaft gegenüber äußert, dass Sie eine Straftat begangen hätten. Das ist sogar anonym möglich. Nach einer Anzeige nimmt die Polizei Ermittlungen auf, um zu prüfen, ob auch tatsächlich eine Straftat begangen wurde. Das heißt, sie befragt Zeugen, sichert Beweise und schreibt Sie als Beschuldigten an mittels einer Vorladung. Das heißt aber nicht, dass es in jedem Fall zu einer Anklage und einem Gerichtsverfahren kommt. Die Staatsanwaltschaft entscheidet später, ob Anklage erhoben wird oder das Verfahren (mangels Beweis
25. Juni 2025

Pflichtverteidigung - was bedeutet das?
Die Pflichtverteidigung - auch notwendige Verteidigung genannt - dient nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts der Durchführung eines fairen, rechtsstaatlichen Strafverfahrens, zu dem eine effektive, sachgerechte Verteidigung gehört. Das heißt, in bestimmten schweren oder komplizierten Sachen muss jeder Beschuldigte durch einen Rechtsanwalt vertreten werden, der vom Gericht beigeordnet wird, wenn er noch nicht selbst einen Verteidiger beauftragt hat (Wahlverteidiger). Wer bekommt einen Pflichtverteidiger? Die notwendige Verteidigung ist in § 140 StPO geregelt. Demnach wird unter anderem in folgenden Fällen ein Pflichtverteidiger beigeordnet: Das Verfahren findet in erster Instanz vor dem Landgericht oder Oberlandesgericht statt; Dem Beschuldigten wird ein Verbrechen zur Last gelegt (Taten, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind, § 12 I StGB); Das Verfahren kann zu einem Berufsverbot führen (§§ 70 ff. StGB); Untersuchungshaft oder eine Unterbringung (i
10. März 2025